Kultur
Kultur in Ungarn ist (nicht nur) eine Kultur der Schrift. Dennoch sind die Ungarn - ohne Klischees zu bemühen - bekanntlich ein sehr lesefreudiges Volk. Und so werden Sie nicht nur in den Waggons der Budapester Metro immer wieder Menschen begegnen, die in die Lektüre eines Buches oder einer Zeitung vertieft sind. Die Presselandschaft in Ungarn ist als Teil der Kultur-Landschaft mit einer breiten Palette von Erzeugnissen sehr vielfältig. Konkurrenz machen sich unter anderem die deutschen Verlage Gruner + Jahr, Axel Springer und die WAZ Mediengruppe - aber noch haben einige Verlage auch ungarische Eigentümer.
Die bekanntesten ungarischsprachigen überregionalen und viele regionalen Tageszeitungen in Ungarn haben - was auch auf die politischen und literarischen Wochenzeitschriften zutrifft - strenge politische Grundhaltungen:
- bürgerlich-konservativ (Magyar Nemzet)
- liberal (Magyar Hírlap)
- links-sozialdemokratisch (Népszabadság und Népszava).
Und auch die katholische und die reformierte Kirche erreichen mit einer Zeitschrift bzw. Zeitung ihre Leserschaft. Wenn Sie also die Zeitung eines Ungarn sehen, dann können Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf seine politische und gesellschaftliche Grundhaltung schließen.
Medien-Kultur - Fernsehen
Zur TV-Kultur - insbesondere zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen - haben die Ungarn heute ein etwas gespaltenes Verhältnis: In mehreren „Medienkriegen" versuchten die politischen Parteien vehement Einfluss auf die Programminhalte der öffentlich-rechtlichen ungarischen Fernsehanstalt Magyar Televízió zu nehmen, ebenso auf die drei überregionalen staatlichen Radiosender des Magyar Rádió. Die ungarische Öffentlichkeit reagierte mit zunehmender „Einschaltmüdigkeit" beim Staatsfunk und bevorzugt zumeist die großen überregionalen TV-Sender und Rundfunk-Programme, die nach populären amerikanischen Mustern senden sowie die zahlreichen privaten Regionalen. Rundfunk- und Fernsehgebühren sind in der Medien-Kultur von Ungarn seit 2003 nicht mehr fällig.
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